Aktivierung des TricklePower-Modes beim Navman 500

Sprache: Deutschlanguage: english
© 2006 Sebastian Voitzsch
letzte Änderung: 09.01.2007

Aktivierung des Trickle-Power-Mode

Der im Navman verwendete Chipsatz SIRF II hat eine Stromaufnahme von 150mA im Dauerbetrieb. Um den Verbrauch zu senken, hat sich SIRF etwas einfallen lassen: den Trickle-Power-Modus.

Dabei wird der Empfänger nicht durchgehend aktiviert, sondern immer nur für eine kurze Zeit, gerade genug, um eine neue Position zu bestimmen. Diese Position wird dann über die serielle Schnittstelle geschickt. Danach geht der Empfänger in den Schlafmodus und verbraucht nur ca. 6mA! Je nach dem, wie lange der Empfänger aktiviert ist, läßt sich so ein Durchschnittsverbrauch von ca. 30mA erreichen - das bedeutet in etwa die 5fache Laufzeit mit einer Akkuladung. Auch ein nicht umgebauter Navman profitiert natürlich davon.

Da der SIRF-Chipsatz weit verbreitet ist, gibt es auch etliche Tools, um die Einstellungen des Chips zu verändern. Schönerweise merkt der Chipsatz sich die Einstellungen; auch nach einem Stromausfall bzw. einer Abschaltung bleibt daher der Stromsparmodus aktiv. Die Programme funktionieren aber nur auf dem PC; daher muß erst eine Verbindung hergestellt werden. Der Navman enthält zwei serielle Schnittstellen; eine ist auf den Palm-Connector geführt, die andere ist im Gerät zugänglich. Da eine Kontaktierung des Palm-Anschlusses wegen der kleinen Abmessungen nicht sonderlich bequem ist, habe ich die Einstellungen über die interne Schnittstelle vorgenommen. Wie das geht, wird unter RS232-Schnittstelle für den PC beschrieben. Sollte jemand eine Software für den Palm kennen, die die Stromsparoptionen NMEA-kompatibler Empfänger ändern kann, würde ich mich über eine Mail freuen.

Geeignete Software für die Umstellung ist z.B. das µ-Center. Nach der Installation wird der Navman an den PC angeschlossen und µ-Center gestartet. Noch den seriellen Port auswählen, die Geschwindigkeit einstellen (wir erinnern uns, der Navman arbeitet mit 57600 Baud!) - und schon sollte µ-Center die empfangenen Daten darstellen. Wer gerade am Fenster sitzt, kann den Empfänger so halten, daß er den Himmel "sieht" - nach einiger Zeit sollte µ-Center dann die Position bestimmt haben.

Die Einstellungen nimmt man in der Messages-Ansicht vor. Diese findet man im Menüpunkt "View"->"Messages View". Es öffnet sich ein neues Fenster mit einer Baumansicht. Oben sind die SIRF-, unten die NMEA-Nachrichten nach Ein- und Ausgang sortiert. Der Navman arbeitet per default mit dem NMEA-Modus. Also "NMEA protocol input" ausklappen und den Punkt "Set trickle power parameters" suchen. Hier wird die Option "Trickle power" angehakt, die restlichen Einstellungen (duty cycle 20%, on time 200ms) können erstmal so bleiben - sie besagen, daß der Empfänger 20% der Zeit aktiv ist (und 80% schläft!); die Ein-Zeit soll 200ms betragen. Noch ein Klick auf "Send", im unteren Bereich wird die von µ-Center zusammengestellte Nachricht angezeigt - und fertig.µ-Center-Screenshot Nun sollte man den Empfang testen. Mit den Voreinstellungen 20% duty und 200ms On-time hat sich bei mir der Empfang etwas verschlechtert. Ich habe daher die on-time auf 400ms und die duty cycle auf 30% erhöht. Damit sind die Schwankungen, die ich mit den Defaulteinstellungen hatte, verschwunden.

Es ist mit dem Programm auch möglich, die serielle Schnittstelle auf eine NMEA-kompatible Baudrate von 4800 Baud einzstellen. Mittlerweile arbeiten jedoch nahezu alle Programme auch mit variablen Baudraten und somit auch den vom Navman verwendeten 57600. Außerdem dauert die Übertragung der Daten länger, was dazu führt, daß der Navman länger Strom braucht. Ich habe es daher bei 57600 Baud belassen.

Warum der trickle power mode nicht standardmäßig aktiviert ist, bleibt wohl Navmans Geheimnis. In der Produktbeschreibung findet sich jedenfalls ein Hinweis darauf: Stromverbrauch bei Erstaquisition: 150mA, danach 32mA...


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