Um den Navman zu konfigurierern oder gar als GPS-Maus für den PC oder Laptop einsetzen zu können, muß auf die interne RS232-Schnittstelle des Navman zugegriffen werden. Schön wäre es natürlich, wenn man gleich eine Buchse einbaut, um nicht jedesmal den Navman öffnen und Drähte anlöten zu müssen, nur, weil man mal eben die Parameter des Chipsatzes ändern will (z.B. den Trickle-Power-Modus einschalten). Wie das geht, erklärt diese Seite.
Der RS-232-Standard sieht zur Signalisierung der Pegel 0 und 1 negative bzw. positive Spannungen im Bereich von -15...-3 V (0) bzw.
+3...+15V (1) vor. Der Navman arbeitet aber mit sog. TTL-Pegeln, hier entspricht 0 einer Spannung von 0...0.8V, 1 einer Spannung von 2,4...5V.
Damit sich Navman und PC unterhalten können, ist ein Pegelumsetzer erforderlich. Sowas gibt's als Standardbaustein z.B. von Maxim und
nennt sich z.B. MAX232. Die genaue Beschaltung entnimmt man dem Datenblatt
oder aber von dieser Seite. Mit etwas Geschick läßt
sich die ganze Schaltung so klein aufbauen, daß sie bequem in ein Steckergehäuse paßt. Die Stromversorgung des ICs übernimmt der PC,
es sind also keine weiteren Leitungen, Netzteil oder ähnliches notwendig. Allerdings sollte man dazu zum MAX232CPE greifen - dieser benötigt
als externe Kondensatoren nur vier 0,1µF-Kondensatoren, sodaß man kleine SMD- oder Keramikkondensatoren nehmen kann. Die anderen Versionen
des 232 benötigen 1µF oder 10µF-Kondensatoren, diese sind für den Steckeraufbau zu groß. Wie sowas aussehen kann, zeigt nebenstehendes Bild.
Die Stromversorgung übernehmen die Leitungen RTS und DTR; sie werden über jeweils eine Diode zusammen geschaltet (Anode an den RS232-Stecker,
Kathoden zusammen). Eine 5.1V-Zener-Diode parallel zum MAX232 sorgt für die nötige Spannungsbegrenzung auf ca. 5V. Schließlich sind bei meiner
Version am Stecker RTS und CTS sowie DTR und DSR direkt verbunden - das hilft manchen Terminal-Programmen auf die Beine. Die SMD-Kondensatoren
haben 100nF.schnup1
Im Navman befindet sich die RS232-Schnittstelle direkt unter der Antenne. Hier finden sich sechs Kontakte (3 auf der Vorder- und 3 auf der Rückseite, Sichtweise nach Abnehmen des Deckels). Der Masseanschluß ist auf der Rückseite ganz oben, darunter ist der Pin TxD, also vom Palm gesendete Daten, zu finden. RxD, der "Eingang", findet sich auf der anderen Seite oben, gegenüber dem Masseanschluß. Wer den Eingriff gern ohne bleibende Spuren durchführen möchte, kann 3 dünne Litzen mit etwas Tesafilm aufkleben. Direkt auf den Kontaktflächen zu Löten empfiehlt sich nicht (wer weiß, ob man den Navman irgendwann mal einsenden muß...); jeder Kontakt endet aber irgendwo auf einer Durchkontaktierung, diese sind als Lötpunkte gut geeignet.
Die Kontaktierung mit angelöteten Drähten ist natürlich für einmalige Einstellungen ganz nett. Wer aber den Navman auch als GPS-Empfänger
für den PC nutzen will, möchte natürlich einen richtigen Anschluß haben. Da der Platz begrenzt ist, bietet es sich an, als Buchse eine
3,5mm-Klinkenbuchse einzubauen: die 3 nötigen Signale lassen sich per Stereo-Buchse übertragen. Ein guter Platz für die Buchse ist die
(von vorn gesehen) linke Seite des Navman, unter dem Verriegelungsknopf. Innen ist an dieser Stelle auch genügend Platz und vor allem Höhe
vorhanden - zumindest, wenn man eine schmale Buchse findet. Klinkenbuchsen gibt's in verschiedenen Ausführungen; ich habe bei Reichelt
die Buchse mit der Bestell-Nr. EB K4-35 geordert. Der vierte Kontakt dient außerdem als Einschalter: bei eingestecktem Stereo-Klinkenstecker
wird dieser Kontakt mit Masse verbunden, und dient so mit etwas Elektronik als Einschalter.
Zum Einschalten des Navman muß ein Kontakt auf +3V gelegt werden. Da der Buchsenkontakt gegen Masse kurzgeschlossen wird, muß ein
PNP-Transistor her, der als Schalter den nötigen Pegel von 3V auf den richtigen Kontakt legt. Ich habe aus einem alten CD-ROM einen
SMD-Transistor recycled; dies hat den Vorteil, daß man Transistor und Vorwiederstand (2-3K, ich hatte gerade 2,7K zur Hand) direkt
auf den Lötpunkt am Navman löten kann. Der Emitter wird an die Stromversorgung angeschlossen (+3V, ich habe den Lötpunkt angezapft, an dem
ich den Akku angeschlossen habe), die Basis über den Vorwiderstand an
den Schaltkontakt der Klinkenbuchse (im Bild der Kupferlackdraht); der Kollektor kommt an den Schalteingang des Navman. Achtung: nicht alle
SMD-Transistoren haben dieselbe Belegung; ein Blick in's Datenblatt hilft hier weiter. Wichtig ist nur, daß es sich um einen PNP-Transistor handelt,
große Ströme fließen nicht, denn es ist nur eine Steuerleitung.
Der auf dem Bild erkennbare Kondensator hinter der Buchse hat keine elektrische Funktion - er dient nur als Abstandhalter. Was besseres
hatte ich gerade nicht zur Hand, und er erfüllt seine "tragende Rolle" perfekt. Anderweitig fixiert habe ich die Buchse nicht; die Öffnung
im Gehäuse ist so groß, daß die Buchse genau paßt, nach hinten wird sie vom Kondensator gehalten. Das bietet genügend Stabilität und
Gegenhalt beim Einstecken des Klinkensteckers, und das Gehäuse läßt sich gut öffnen und schließen (erst Buchse einhaken, dann das
Gehäuse zuklappen).
Wie man TxD und RxD an der Buchse verteilt, bleibt dem Geschmack vorbehalten - solange man das RS232-Kabel selbst baut. Hat man (evtl. von einer
Digitalkamera) ein Kabel zur Hand, was auf 3,5mm-Klinke endet, sollte man erstmal den Massekontakt anlöten, und im laufenden Betrieb ausprobieren,
wo RxD und TxD anliegen. Keine Angst, kaputt geht so schnell nix, es fließen nur geringe Ströme. Dazu startet man am PC die Software,
stellt den richtigen seriellen Port und die Parameter ein (57600 Baud, 8 Bits, keine Parität, 1 Stoppbit). Jetzt wird der Klinkenstecker in die
Buchse gesteckt und damit der Navman eingestellt. Hält man den TxD-Draht an den richtigen Kontakt, empfängt der PC die Daten und
stellt sie dar. Das geht auch mit einem einfachen Terminal-Programm, in diesem Falle sieht man die NMEA-Daten "roh" auf dem Bildschirm. Hat
man die richtige Belegung rausgefunden, lötet man die Drähte an und kann den Navman zuammenschrauben.
Wer seinen Navman vorher nicht mit einem Akku ausgestattet hat, benötigt den Palm als Stromquelle. Vorher sollte man aber die Pins 10 & 11 des Palm mit einem schmalen Tesastreifen abdecken - der Palm quasselt sonst womöglich dazwischen, was falsche Einstellungen zur Folge haben kann. Ich hatte das zu Anfang nicht bedacht, und habe mich gewundert, warum ich zwar vom NMEA-Modus zu SIRF wechseln konnte - aber anschließend nicht mehr zurück...
Kommentare, Bugs, Anregungen etc. bitte an Sebastian.
